21.06.17

LANDERSDORFER & INNERHOFER: DAHEIM IM AUSLAND


Die größte Ruhe soll ja im Zentrum eines Tornados herrschen. Die Münchner Innenstadt ist vor allem im Sommer sturmdurchtost, Touristen aus aller Welt strömen durch die Strassen, erstürmen die Geschäfte und bevölkern die Cafés. Wohl dem, der da eine Oase in dieser innerstädtischen Hektik kennt, am besten noch mit Wohlfühlküche auf höchstem Niveau und bei sommerlichen Temperaturen natürlich mit Tischen auf dem Trottoir. Italianità à la Monaco im besten Sinne, vor allem wenn man über den Gehsteig hinweg, den italienischen Touristen die Tücken der Münchner Parkscheinautomaten erklären darf. 

16.06.17

WEINVIERTEL: PRINZIPIENTREUE IM PRINZIPAL


Wenn im ‚Prinzipal‘ des Prinzregententheaters in der Prinzregentenstrasse prinzipiell prinzipientreu gekocht wird, ist eigentlich alles zum Thema gesagt. Nur nicht ausgesprochen. Denn diese zungenbrechende Wortkaskade - die vor allem der Launigkeit des Einstieg in diesen Artikel geschuldet ist - enthält doch viel mehr als nur Alliteration. Das ‚Prinzipal‘ ist wirklich ein Hort der Kochkunst mit eisernen Grundsätzen, also: prinzipientreu. Das ist auf dem Teller weit angenehmer, als es klingt.

15.06.17

DAS SCHWEIN IST EIN KRUSTENTIER ODER: SONNTAGSBRATEN


Rinderbraten mit Karotten. Schweinebraten mit Rosenkohl. Rouladen mit Rotkohl. Burgunderbraten mit Erbsen und Wurzeln. Der Sonntagsbraten meiner Jugend war nicht wirklich von kulinarischer Raffinesse geprägt, groß musste er sein, einen Haufen Sauce mitbringen, damit man die Salzkartoffeln darin zermatschen konnte. Das Gemüse war von bestenfalls tertiärem Interesse und, wie im Fall des Burgunderbratens, bevorzugt aus der Dose. Mehr war nicht am Sonntag. Und es war gut so.