21.02.14

MARTINS MINI-TÖRTCHEN: EINE ETWAS ANDERE BUCHPRÄSENTATION


Martin Schönleben hat ein Buch geschrieben. Über selbst zu erstellendes Hüftgold. Will sagen: Törtchen. Das mit den Kalorien wird natürlich viel besser dadurch, dass es sich um Mini-Törtchen handelt. Und um zu beweisen, dass es mit dem Backen und dem Verzehr der im Buch beschriebenen Törtchen gar nicht so schlimm ist, hat Martin bei der Buchhändlerin seines Vertrauens, Frau Bräunling aus der gleichnamigen Buchhandlung in Puchheim, eine Buchpräsentation mit Backvorführung eingefädelt. 






Der Abend soll heiter werden, sagt Martin, aber vor der Heiterkeit kommt auch beim Backen die Hygiene. Also: Erstmal Hände waschen Frau Bräunling, sagt Herr Schönleben streng. Und Frau Bräunling geht Hände waschen. Derart vorbereitet starten die Zwei in die Zubereitung kleiner Fruchttörtchen. Ein noch nicht ganz eingespieltes Team sind die Beiden. Dabei soll sich Frau Bräunling mal nicht so haben:  "Ich tu ja für sie die Butter auspacken. Das ist ja das Schwerste am Backen", sagt Martin. Nach der Händewaschsache noch so eine grundlegende Erkenntnis des Konditors. 





Zwischenzeitlich matscht Frau Bräunling mit Wonne in einer Schüssel Butter und Zucker auf dem Weg zum Mürbeteig. Immer mit einer Hand an der Schüssel. So bleibt sie sauber. Wieder was gelernt vom Konditormeister Martin. Ach ja: Herr Schönleben ist dann auch mal Händewaschen. Scheinbar wäscht der Profi später. Und das Martin der Herr im Haus von Frau Bräunling ist, stellt er unmissverständlich klar: "Ich schaff an, Frau Bräunling!" belehrt der Meister, als die Dame das Kommando übernehmen will. Und auch in der Frage, wie perfekt denn nun geknetet wurde herrscht ein wenig Uneinigkeit. Frau Bräunling findet ihre Leistung großartig, Martin überlegt noch. Das Publikum denkt: Eigentlich sollen ja die Törtchen vom Titelbild des Buches entstehen. Was beim aktuellen Stand der Dinge aber eher unwahrscheinlich scheint. 





Frau Bräunling rühmt sich der intensiven Lektüre des Buches, und glänzt mit Detailwissen. Das lässt sie etwas übermütig werden, wie es scheint. Denn mit ihrer Kollegin Sandra Lehmann hat sie eine Assistentin mitgebracht, die zum Ausrollen herhalten muss. Zwischen allen Dreien am Tisch versammelten Backwilligen entspinnt sich einen lebhafte Diskussion zur Frage des Rollholzes. Der französischen Variante des zum Ausrollen des Teiges verwendeten Gerätes (Typ: Besenstil), oder dem hierzulande bekannten und bewährten Nudelholz. Martin schwört auf die französische Variante was bei Publikum und Mitbackenden auf Unverständnis stösst.
Nahtlos geht es zum nächsten Problemthema angehender Hobby-Konditoren: Das Silikonförmchen. Aus dem Zuschauerraum wird angemerkt, dass es immer wieder zu Schwierigkeiten bei der Entnahme des Backgutes aus den Förmchen kommt. Tipp von Meister Schönleben: Das gebackene Törtchen mit Förmchen in den Tiefkühler geben. Denn gefroren sind sämtliche Törtchen dem Silikonförmchen problemlos zu entnehmen.




Zur Beruhigung aller Anwesenden wird verkündet, dass die Rezepte des Buches auch gelingen mit gekauften Böden vom Bäcker oder Konditor des Vertrauens. Ergo: Martin! 

Frau Bräunling sieht ihre Stärken übrigens im Feuchtwischen des Tisches auf dem gerade gearbeitet wird. Das ist aber nichts als billiges Ablenken vom eigentlichen Thema. Denn Frau Bräunling ist nicht wirklich rezeptsicher. Daher der nächste Tipp vom Meister: Erstmal das Rezept ganz durchlesen. Aber auch dieser Hinweis kann Frau Bräunling nicht wirklich beruhigen. Sie ist der Meinung, die auf dem Buchtitel erkennbare Fruchtauflage des Törtchens und die von Martin eingekaufte Fruchtrealität weichen deutlich voneinander ab. Blaubeere auf dem Buch, Physalis vor Ort. Martin kann Frau Bräunling halbwegs mit dem Hinweis auf Saisonalität von Früchten beruhigen, derweil Frau Bräunling sich ihrer großen Stärke im Halbieren von Weintrauben rühmt. Diese profunde Könnerschaft wird von ihr bereitwillig demonstriert. 



Auch die Frage des Dekorierens der inzwischen fertig gestellten Törtchen wurde intensiv erörtert. Ob die Physalis mit oder ohne Blätterwerk aufs Törtchen kommt, schied Konditor und Buchhändlerin inhaltlich. War aber nur der Schlusspunkt unter der launigsten Buchpräsentation aller Zeiten. Wobei - das stimmt nicht ganz mit dem Schlusspunkt. Martin musste noch Bücher signieren und Frau Bräunling sinnierte schon über die nächste Backsession in ihrer Buchhandlung. Und die Anwesenden machten sich über die Törtchen her.


Also wir kommen gerne wieder! 

Kommentare:

einfach ein schönes Leben hat gesagt…

Lieber Harald,

super Bericht. Genau so war's. Noch kann ich mich erinnern. Gut das du alles so genau fest gehalten hast, bevor die Legendenbildung beginnt.

Herzliche Grüße aus dem Westen

Martin

zumbackenverfuehrt hat gesagt…

oh das klingt ja nach einer Buchpräsentation die in Erinnerung bleibt.

Sehr schön geschrieben, hat Spaß gemacht zu Lesen und mal fühlte sich fast als wäre man vor Ort dabei gewesen.

Liebe Grüße
Aylin