15.10.17

WEINVIERTEL MASTERCLASS: PROFIS ONLY


Als künstlerisch nicht sonderlich Bewandertem scheint mir die Frage legitim: Was ist eine Meisterklasse? Wikipedia kann helfen: “… Meisterklassen sind im künstlerischen Hochschulbereich besondere Lehrveranstaltungen von renommierten Künstler-Professoren. Sie werden von ausgewählten Kunststudenten (Meisterschülern) nach dem Abschluss ihres regulären Studiums … besucht, um unter exklusiver Betreuung ihre Anlagen und Fähigkeiten weiterzuentwickeln.“



Soweit, so gut. Nur was ist dann eine Meisterklasse - englisch: Masterclass - abgesehen von der sprachlichen Anglifizierung, im Bereich Wein? Am Dienstag, 24.10. läuft im Restaurant Prinzipal eine Masterclass zum Thema „Weinviertel vs. Europa“, da lässt sich die Frage beantworten. Dazu gibt es neun Weinviertel DAC Reserve Weine und neun Topweine aus Italien, Deutschland und Frankreich jeweils paarweise ins Glas. Um herauszufinden, ob die Weine aus Österreichs größtem Anbaugebiet mit der Konkurrenz mithalten können. 



Exklusive Betreuung gehört zur Masterclass, das klingt gut, der Moderator Felix Bodmann, seines Zeichens Weinjournalist, Blogger und Leiter der Webweinschule aus Berlin garantiert die selbige. Schließlich kennt er sich aus, vor allem kennt er mehr als einen Wein. Und das ist auch dringend notwendig. Denn der Plan der Weinviertler Winzer ist nicht ganz ohne. Sie sind so überzeugt von ihren Weinen, dass sie sich trauen, es mit den besten Weinen der Welt aufzunehmen. Was wie Größenwahn klingt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht so weit hergeholt. Denn viele der Aromen im Weinviertler Paradewein, dem Grünen Veltliner, finden sich auch in anderen Weißweinen. Und da kommt Felix Bodmann ins Spiel. Er kennt sich aus mit den besten Tropfen aus Italien, Deutschland und Frankreich. Nach eingehender Verkostung von 15 Weinen erarbeitet er Geschmacksprofile und stellt sie 15 ebenfalls verkosteten Weinviertler Weinen gegenüber. Immer hübsch paarweise, immer auf der Suche nach möglichst passenden Paaren. Neun Pärchen sind am Ende übrig geblieben.


Dafür mussten erst einmal alle Weine verkostet werden. Jetzt nur kein Neid - das ist wirklich nicht ohne. Zwischen Wein trinken und Wein verkosten liegen Welten. da wird geschlürft, gespuckt, geschrieben, wieder gekostet, gespuckt, korrigiert - harte Arbeit. Die vor allem viel Konzentration erfordert. Denn die ganze Übung verfolgt einen konkreten Zweck. Die Masterclass ist schließlich kein Selbstzweck, am Ende sollten die Schüler schlauer sein als vorher. Deshalb wurden an Bodmann konkrete Anforderungen gestellt, die er seinen Schülern in der Masterclass vermitteln soll. Die besten Weine dieser österreichischen Region schmücken sich mit dem Reserve-Titel. Aber was bedeutet das konkret für den Sommelier oder Weinhändler? In welchem Speisekontext lässt sich ein solcher Weinviertel DAC Reserve auf die Karte setzen und in die Gläser der Gäste bringen? Und letztendlich: Wo stehen diese Weine im internationalen Vergleich?




Fragen über Fragen. Die am 24.10. geklärt werden. Soviel ist sicher. Apropos sicher: Um sicher zu gehen bei dieser Masterclass auch wirklich dabei sein zu können, sollte man sich vorab anmelden, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Deshalb per Mail anmelden bei s.platzer@culinarium-bavaricum.de


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